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Fragen und Antworten

 

 

Ist der Hospizkreis ein Teil der Diakonie Stiftung Salem?

Der Hospizkreis Minden e. V. ist ein gemeinnütziger Verein und finanziell und juristisch selbstverantwortlich. Die Diakonie Stiftung Salem gGmbH unterstützt als Kooperationspartner die Ziele und die Arbeit des Vereins. Die Zusammenarbeit besteht seit über 20 Jahren.

 

Ist der Hospizkreis nur in Minden tätig?

In der Begleitung Sterbender sind wir in Minden, Petershagen, Hille und Porta-Westfalica tätig. Bei Anfragen aus anderen Regionen verweisen wir an den jeweiligen Hospizdienst.

 

In wie vielen Alten- und Pflegeheimen ist der Hospizkreis tätig?

Es werden nahezu flächendeckend die Altenheime in Minden, Hille, Petershagen und Porta Westfalica begleitet. In 12 dieser Heime gibt es feste ehrenamtliche Ansprechpartner. Diese kommen jede Woche ins Haus. Andere Altenund Pflegeheime kontaktieren uns bei Bedarf.


Wie ist der Hospizkreis vernetzt?

Hier ist die Zusammenarbeit mit PAN (Palliativ Ambulant Netzwerk) hervorzuheben. Es gibt regelmäßige Treffen unterschiedlichster Art: Vernetzungstreffen, Treffen mit den Patientenkoordinatorinnen, kreisweite Vernetzungstreffen aller PAN-Akteure, Fallbesprechungen. Anders als noch vor 10 Jahren sieht sich der Hospizkreis mittlerweile als Teil eines gewachsenen Netzwerkes, das sich für die Belange von Sterbenden, Angehörigen und Trauernden einsetzt. Weiterhin gibt es eine Vernetzung mit verschiedensten Beratungsstellen und Kirchengemeinden. Seit 2013 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit dem Johannes-Wesling-Klinikum, insbesondere mit der Palliativstation.

 

Wo werden sterbende Menschen begleitet?

Im Jahr 2013 wurden 47 Menschen in ihrem häuslichen Umfeld und 61 Menschen in Alten- und Pflegeheimen begleitet. 2 Menschen wurden im Johannes-Wesling- Klinikum begleitet. 39 Ehrenamtliche Sterbegleiter standen 2013 dem Hospizkreis zur Verfügung. Dazu: Im Jahre 2001 wurden 10 Menschen von 8 ehrenamtlichen Sterbebegleitern betreut. Gibt es Angebote für Angehörige? In der Begleitung Sterbender werden natürlich auch die Angehörigen mit unterstützt. Außerdem gibt es Einzelgespräche und eine Gesprächsgruppe für begleitende Angehörige.

 

Welche Angebote gibt es für Trauernde?

Der Hospizkreis bietet Gruppenangebote und Einzelgespräche für Angehörige und Eltern an. Seit fast 10 Jahren gibt es das Trauercafé „Horizont“.

 

Gibt es eine Philosophie für Sterbebegleiter?

Ja, sie lautet: „Der Sterbende gibt vor.“ Damit ist eine innere Haltung gemeint. Sie beinhaltet: Authentizität, Präsenz, bedingungslose Zuwendung, Nicht-Wissen, Verbundenheit und Selbstreflexion.

 

Was braucht es, um Menschen am Lebensende zu begleiten?

Es braucht den Mut, sich auf etwas sehr Persönliches einzulassen. Sterbende teilen mit uns den vielleicht intimsten Teil ihres Lebens. Und dies ist zutiefst berührend. Es ist der eigentliche „Lohn“ einer Sterbebegleitung. Ehrenamtliche fühlen sich deshalb häufig sehr beschenkt und haben das Gefühl mehr bekommen als gegeben zu haben.

 

Was machen ehrenamtliche Sterbebegleiter am Sterbebett?

Sterbende zu begleiten bedeutet, sich auf sie einzulassen und für sie da zu sein. Besondere Beachtung finden stets die Wünsche und Bedürfnisse des Sterbenden. Diese können sein: körperliche und emotionale Zustände ansprechen, Nähe und Geborgenheit erfahren, oder nicht Geklärtes aussprechen. Es kann auch bedeuten, bei der Regelung letzter Dinge behilflich zu sein, oder die eigene Beerdigung zu besprechen. Man liest etwas vor, macht kleine Spaziergänge. Begleiten bedeutet: „Ich bin für den anderen da.“

 

Was sind das für Menschen, die in der Hospizarbeit tätig sind?

Ehrenamtliche Sterbebegleiter sind Menschen wie du und ich. Es sind Menschen allen Alters aus ganz unterschiedlichen Berufen wie z. B. Angestellte, Buchhändler, Hausfrauen, Lehrer, Rentner, Sozialarbeiter, Unternehmer usw. Überwiegend sind es Frauen. Die gemeinsame Hinwendung zu Sterben, Tod und Trauer, sowie das Bedürfnis, Menschen in schwierigen Lebensphasen beizustehen, verbindet uns.

 

Welche Unterstützung gibt es für Sterbeund Trauerbegleiter?

Der Hospizkreis bietet jedes Jahr einen Befähigungs- und Ermutigungskurs für Sterbe- und Trauerbegleiter an. Es gibt die Möglichkeit der Supervision (externe Supervisoren) mit aktuell drei Supervisionsgruppen. Dazu gibt es monatliche Begleitgruppentreffen. An erster Stelle sind jedoch die beiden Koordinatoren jederzeit Ansprechpartner für mögliche Fragen. Außerdem gibt es Fortbildungsangebote verschiedenster Art.

 

Werden Menschen aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen begleitet?

Die einfache Antwort lautet: ja. Wir stellen uns auf die Bedürfnisse des Sterbenden ein. Ob der Sterbende religiös ist, spielt dabei keine Rolle. Wir missionieren nicht und dennoch spielen Glauben und Spiritualität in der Begleitung eine große Rolle. Ehrenamtliche Sterbebegleiter sind in der Regel spirituell. Es gibt unter uns Christen, Esoteriker, Buddhisten und Menschen, die sich zu keiner bestimmten Glaubensrichtung hingezogen fühlen.

 

Wie oft werden Sterbende und ihre Angehörigen besucht?

Sterbende und/oder ihre Angehörigen werden in der Regel einmal in der Woche für gut eine Stunde besucht. Eine Sterbebegleitung wird meistens von einer Person durchgeführt. Am Ende des Lebens wird der Sterbende internsiver betreut. Eine Sterbebegleitung endet mit dem Tod des Sterbenden. Danach gibt es für die Angehörigen die Möglichkeit, ein Trauerangebot in Anspruch zu nehmen.

 

Wie alt sind die Menschen, die durch den Hospizkreis begleiten werden?

Im Jahre 2013: Die älteste zu Begleitende war 99 Jahre alt, die Jüngste 32 Jahre alt. 76 Menschen, die begleitet wurden, waren zwischen 70 und 99 Jahre alt. 19 Menschen, die begleitet wurden, waren zwischen 60 und 69 Jahre alt. 15 Menschen waren zwischen 32 und 59 Jahre alt.

 

Wie lange dauert eine Sterbegleitung?

Ein Großteil der Begleitungen dauert ein bis drei Monate. Manche enden bereits nach einigen Tagen (20 %). Wenige Begleitungen dauern ein Jahr oder länger (10 %).

 

Wie viele Unterstützer sind im Hospizkreis tätig?

Der Verein hat 240 Mitglieder. Es gibt 40 ehrenamtliche Sterbegleiter und 12 ehrenamtliche Trauerbegleiter. Zusätzlich unterstützen uns Menschen z. B. in der Öffentlichkeitsarbeit oder sind in Arbeitskreisen aktiv.

 

Ist der Hospizkreis auf Spenden angewiesen?

Ja. Ohne Spenden und Mitgliedsbeiträge könnte der Verein seine Arbeit in dieser Qualität und Quantität nicht leisten. Es gibt eine finanzielle Unterstützung für ambulante Hospizdienste (Gesetz zur Finanzierung von Hospizarbeit § 39a SGB V), die jedoch nur einen Teil der anfallenden Kosten abdeckt.

 

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