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Projektwoche an der Primusschule Minden

 

Anfang des Jahres habe ich, Tabea Oertelt, unsere beiden Koordinatoren, Helmut Dörmann und Elvira Gahr, bei dem Projekt „Hospiz macht Schule“ unterstützt. Im Rahmen dieses Projektes sind wir für eine Woche an der Primusschule in Minden gewesen und haben auf verschiedenste Arten und Weisen mit den Schülern über die Themen rund um die Hospizarbeit gearbeitet.

Die Schüler der neunten und zehnten Klasse konnten selbst entscheiden, ob sie an dem Projekt teilnehmen wollten, dessen Schwerpunkte darin lagen: die Arbeit eines ambulanten Hospizdienstes und dem Netzwerk PAN vorzustellen und durch einen Besuch ein stationäres Hospiz kennenzulernen; Sterbephasen zu verstehen; die eigenen Verlusterlebnisse zu reflektieren und daraus resultierende Trauerstrategien zu erarbeiten; sich der eigenen Sterblichkeit bewusst zu werden in dem eine eigene Todesanzeige erstellt wird; abschließend gemeinsam den Film „Berührungsängste“ zu schauen und das Erlebte gemeinsam zu reflektieren.

Nach ein paar Vorbereitungsterminen war es dann auch schon so weit, das Projekt begann und ich war ziemlich neugierig darauf, was mich die Woche erwarten würde, wie die Schülergruppe sein würde. Wie die Reaktionen auf uns, unsere Arbeit und letztendlich das Projekt an sich sein würden. Da ich das erste Mal bei einem solchen Projekt mitwirkte, hatten wir abgesprochen, dass ich am ersten Tag zunächst eine Beobachterrolle einnehme, Reaktionen der Schüler notiere, um die Feinabstimmung der nächsten Tage auf die Gruppe abstimmen zu können. An den darauf folgenden Tagen sollte ich mich dann immer mehr einbringen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde zunächst von uns Dreien vom Hospizkreis und dann von der Schülergruppe, ging die Projektarbeit direkt los. Die Schüler waren zunächst ein wenig zurückhaltend, man merkte ihnen das typische Schulverhalten an: der Redner(/Projektleiter/Lehrer) erzählt etwas zu einem Thema, stellt ab und an mal eine Frage in die Runde und danach gibt es für die Schüler eine Aufgabe, die zu bewältigen ist. Das war natürlich nicht das Arbeitsumfeld, welches wir für ein solch intimes Projekt vorgesehen hatten. Überraschenderweise nahmen die Schüler dieses auch recht schnell an. Das Prinzip, in der Gruppe offen und ehrlich zu diskutieren, sich gegenseitig ausreden zu lassen und die Meinungen und Wortmeldungen des anderen zu akzeptieren und vor allem ohne Wertung hinzunehmen und zu respektieren, konnten die Schüler schon am zweiten Tag wirklich gut umsetzen. Ich war sehr positiv überrascht, wie interessiert und offen die Schüler schon nach kurzer Zeit mit den Themen umzugehen wussten. Was man am Anfang noch mehr als schüchterne Neugier bezeichnen konnte, entwickelte sich im Laufe der Projektarbeit zu ernsthaftem Interesse an den Themen, aber auch an der ehrenamtlichen Arbeit beim Hospizkreis. Ich habe durch dieses Projekt einmal mehr gelernt, dass viele Leute die Themen Sterben, Tod und Trauer sowie die Hospizarbeit ganz gerne aus dem alltäglichen Rede- und Diskussionsfluss heraushalten. Erwähnt man diese Themen aber einmal im Gespräch, merkt man schnell, dass großes Interesse, aber auch großer Rede- und Aufklärungsbedarf da ist und die Menschen eigentlich ziemlich froh sind, wenn sie sich einmal offen und ehrlich darüber austauschen können.

Tabea Oertelt, ehrenamtliche Mitarbeiterin (Frühjahr 2015)

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